Agility - Beschäftigung 2

„Klar schreibe ich etwas über Agility für Deinen Blog“, habe ich ganz unbeschwert angeboten. Aber wie anfangen? Ich hab immer sehr gern geschrieben und wäre so gern Schriftstellerin geworden, aber nun merke ich doch, dass ich das eben auch schon Jahre nicht mehr so ausführlich gemacht habe, und der Anfang ist immer am Schwersten…

 

Ich stelle uns mal vor. Ich bin Pamela, 43 Jahre alt und unser Großer ist Louis, 4 ½ Jahre alt und ein Dalmatiner. Wir wohnen mit meinem Mann und unseren zwei Hündinnen Hope und Lilly – ebenfalls Dalmatiner - an der Nordseeküste zwischen Cuxhaven und Bremerhaven – und hier ist es nicht einfach, Hundeschulen zu finden, die Agility anbieten, weil – hier ist die Welt fast zu Ende ;-)… (Hier gehts zur Facebook-Seite von Pamela und ihren Dalmatinern).

  

 

 

Schon als Louis mit 8 ½ Wochen bei uns eingezogen ist, hatten wir einen Agi-Tunnel im Garten und ein selbstgebautes Wackelbrett. Unser vorheriger Dalmi war relativ ängstlich bei unbekannten Dingen, also wollten wir Louis von Anfang an auf die Tücken der großen weiten Welt vorbereiten. Das war einfacher als gedacht. Louis war schon im jungen Alter ein Draufgänger, der keinerlei Angst vor irgendetwas zeigte. Naja, ausgenommen vor dem nassen Element, aber das ist ein anderes Thema.

 

Als er später in der Hundeschule auch andere Geräte mit Begeisterung und völlig angstfrei absolvierte und auch unsere selbstgebaute Wippe ohne jede Scheu überquerte, war für mich schnell klar, ich  wollte mit ihm einer Agilitygruppe beitreten. Glücklicherweise startete im Nachbarort gerade eine Gruppe und wir stiegen mit ein.

 

 

Jetzt – nach einem Jahr Pause und Wechsel der Hundeschule – sind wir wieder mit Feuereifer dabei. Wir machen Agility nicht professionell, besuchen also keine Turniere und im Winter wird eine Zwangspause eingelegt. Aber es freut mich immer wieder, wie viel Spaß Louis das alles macht und genau das treibt mich an, möglichst oft daran teilzunehmen. Wir haben mittlerweile sogar eine kleine Auswahl an Geräten im eigenen Garten.

 

 

Worum geht es denn eigentlich beim Agility?

Beim Agi soll der Hund möglichst schnell und fehlerfrei einen Parcours von durchschnittlich 20 Hindernissen absolvieren, ähnlich wie beim Pferdespringen. Nur sollte der Mensch hier eigentlich kaum eingreifen und wenig mitlaufen. “Schicken“ ist hier das Zauberwort. Hier ist auf jeden Fall auch der Zweibeiner gefragt, denn oft ist es gar nicht so einfach, seinen Hund “loszulassen“ – und schließlich muss man sich auch noch die Reihenfolge der Hindernisse merken. Ein Fortgeschrittenen-Parcours ist nicht ohne und einige Hindernisse können sogar mehrfach absolviert werden.

 

Beim Agility gibt es nicht nur verschiedene Sprünge – es gibt eben auch einen Tunnel und Sacktunnel, eine A-Wand und einen Steg, außerdem Wippe, Weitsprung, Reifen, Tisch und den Horror aller Agility-Anfänger: den Slalom ;-)…

 

 

 

Da die Hunde bei uns in den normalen Hundeschulstunden schon dann und wann an die Geräte gewöhnt wurden und Louis ja wie oben schon erwähnt, nie Probleme mit den Geräten hatte, hatten wir einen leichten Start. Ich musste ihn eher bremsen als ihm die Geräte zu erklären…Probleme bereiten oft die Geräte, die Krach machen, in die Höhe gehen oder aber die Tunnel. Viele Hunde erschrecken sich, wenn die Wippe umspringt und auf den Boden aufschlägt. Andere mögen nicht durch den Tunnel laufen, schon gar nicht durch den Sacktunnel, wo sie überhaupt kein Ende ersehen können. Wieder andere trauen sich nicht auf den Steg, der ja recht schmal und hoch ist oder über die A-Wand, weil sie auch hier nicht sehen können, was auf der anderen Seite ist. Hier ist Geduld und Keks gefragt und viel, viel Lob wenn sie sich dann überwinden.

 

 

 

 

 

Das “Angstgerät“ der Zweibeiner ist der Slalom. Dazu zähle ich auch. Natürlich hat man keine Angst wenn er dann dran ist, aber man spürt schon eine gewisse Anspannung, die sich natürlich auf den Hund überträgt. Man hat einfach eine gewisse Erwartungshaltung, die sich auch erfüllen soll, was dann meistens schief geht. Umso erstaunter und zufriedener ist man aber, wenn man die Fortschritte an diesem Gerät wahrnimmt. Für uns ist es einfach das Gerät, das am meisten Übung und Geduld braucht und bis Louis den Slalom wie ein Profi absolviert ist es noch ein langer Weg.

 

 

Wie verdeutlicht man den Hunden nun, welche Geräte sie in welcher Reihenfolge absolvieren sollen?

Nun, am Anfang läuft man natürlich mit. Und bedient sich dann ganz einfach an den Gerätenamen oder auch an anderen Wörtern – es sollten natürlich dann aber auch die gleichen je Gerät sein. So sage ich bei den Hürden “Hopp“, bei der Wippe “Wippe“, beim Reifen “durch“ oder beim Tunnel “Tunnel“. Eigentlich gar nicht so schwer. Als ich in der neuen Hundeschule dann vor dem Weitsprung stand, den wir bisher gar nicht kannten, war ich so perplex, dass mir das richtige Wort nicht einfiel, aber Louis ist dann von ganz allein drüber, weil er gerade so im Lauf war….Mein häufigstes Wort bei Louis ist übrigens “laaangsam“, weil er so nach vorn prescht, dass ich kaum hinterher komme. Später soll man sich als Mensch möglichst wenig bewegen und die Hunde dann “nur“ noch schicken.

 

Es gibt natürlich genaue Vorgaben und Regeln beim Agility, so sind z. B. die Größe des Parcours oder die Größenklassen genau festgelegt. Es gibt auch eine Höchstzeit.

 

 

Ich darf natürlich auch nicht die Kontaktzonen vergessen. Diese findet man am Steg, der Wippe oder dem A-Dach. Diese farblich markierten Zonen sind jeweils am Anfang und Ende der Geräte zu finden und diese muss der Hund mit mindestens einer Pfote betreten. Ein großzügiges Abspringen von den Geräten ist also nicht zulässig und führt zu Fehlerpunkten. Ebenso gibt es Strafpunkte wenn die Stange einer Hürde fällt, die vorgegebene Zeit überschritten wird und bei diversen anderen Fehlern, ja sogar eine Disqualifikation ist nicht ungewöhnlich.

 

 

Ich empfehle Agility für Leute, die eine Beschäftigung gemeinsam mit ihrem Partner Hund ausüben möchten. Mir gefällt vor allem daran, dass nicht nur mein Hund gefordert wird, sondern auch ich. Geeignet ist es für alle gesunden Hunde jeder Rasse denke ich – es gibt ja verschiedene Größenklassen. Man merkt auch ziemlich schnell, wenn der Hund keine Lust auf diese Art von Beschäftigung hat. Dann sollte man so fair sein und etwas anderes suchen und den Spaß nicht erzwingen. Unser Louis geht z. B. total im Agility auf, aber unsere Hündinnen haben daran lange nicht so viel Spaß wie er.

 

Warum haben wir nun keinen Ehrgeiz an Turnieren teilzunehmen? Zum einen weil ganz einfach die Zeit dafür fehlt. Zum anderen, weil es uns so wie es ist Spaß macht und deshalb nicht zu professionell werden soll. Vielleicht nehmen wir irgendwann mal an einem Juxturnier teil, ohne jeglichen Druck gewinnen zu wollen. Bis dahin muss allerdings der Slalom sitzen ;-)…

  

 

Auf der Seite des VDH findet man übrigens die genauen Regeln und Vorgaben, sollte man sich einen Einblick darüber verschaffen wollen.

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